Amputationszentrum

Bild: Analyse und Auswertung im Amputationszentrum

"Neu" Laufen lernen im Amputationsnachbehandlungszentrum

Im Mittelpunkt der Rehabilitation von Patienten nach Amputation an den unteren Extremitäten steht die Gehschule in einem dafür ausgestatteten Bereich. Es erfolgt ein intensives sensomotorisches Training mit dem Schwerpunkt des Prothesengehens und des Prothesenhandlings. Ziel nach Amputationen der oberen und unteren Extremitäten ist die bestmögliche Teilhabe am gesellschaftlichen und ggf. Berufsleben. Die Betreuung von Patienten mit Amputationen im Bereich der oberen Extremitäten erfolgt durch speziell geschulte Ergotherapeuten. Im Haus kann die orthopädietechnische Betreuung „vor Ort" erfolgen.

 

Eine adäquate Wundversorgung sowie Kompressionstherapie als Voraussetzung frühzeitiger Prothesenversorgung sind für unsere Mitarbeiter in der Primärversorgung von Patienten nach Amputationen selbstverständlich. Durch täglichen Patientenkontakt werden auftretende medizinische Problemstellungen frühzeitig erkannt und wirksam therapiert sowie die Einschätzung der Wund- und Weichteilsituation sichergestellt.

 

In enger Zusammenarbeit mit der Fachabteilung Innere Medizin, Diabetes, Stoffwechsel und Endokrinologie werden zusätzlich internistische Begleiterkrankungen (z. B. Diabetes, Gefäßerkrankungen, kardiopulmologische Erkrankungen) behandelt. Neben einem strukturierten Schulungsprogramm für Diabetiker wird das Behandlungsregime durch intensive psychologische Führung und Leistungen des Sozialdienstes ergänzt.

Frühestmöglicher Therapiebeginn

Sehr großen Wert legen wir auf die frühzeitige Übernahme des amputierten Patienten aus den vorbehandelnden Institutionen. Die Wundheilung muss nicht abgeschlossen sein, da wir durch die vorhandenen Strukturen in der Lage sind, eine lokale Wundbehandlung (z. B. durch Vakuumverbände) fortzuführen.

Hilfe für Patienten, die dauerhaft auf die Nutzung eines Rollstuhls angewiesen bleiben

Sollte bei Patienten nach eingehender medizinischer Prüfung ein adäquates Nutzen der Prothese zum Gehen nicht sinnvoll und möglich sein, absolviert der Patient ein spezielles Rollstuhltraining und ein umfassendes Selbsthilfetraining. Das Rollstuhltraining wird hierbei in gemeinsamer Abstimmung vom Team der Physio- und Sporttherapie durchgeführt. Je nach körperlichen Voraussetzungen handelt es sich um ein Einzel- oder Gruppentraining. Die Versorgung mit einem Rollstuhl erfolgt unmittelbar nach Aufnahme des Patienten durch die Orthopädietechnik, wobei bereits auf die ggf. beengten häuslichen Verhältnisse des Patienten geachtet wird.

Phantomschmerzen nach Amputation

Hilfestellung bei amputationsbedingten Schmerzen, z. B. Phantomschmerzen, geben wir durch die zielgerichtete Schmerztherapie unter Ausschöpfung der physikalischen, physiotherapeutischen und medikamentösen Möglichkeiten. Auch die Spiegeltherapie kann zum Einsatz kommen. Dazu finden durch schmerztherapeutisch ausgebildete Ärzte spezielle Teamberatungen statt.